Makey Makey ist eine kleine Platine, mit welcher Alltagsgeräte aller Art in Eingabegeräte für den Computer verwandelt werden können. Dabei gibt es nur eine Einschränkung, der Gegenstand oder die Fläche muss leitend sein. Mittels Krokodilklemmen werden diese Gegenstände genutzt, um einen Tastendruck oder einen Mausklick auszuführen.
Die Möglichkeiten sind vielfältig und reichen von Obst (hier bitte keine Nahrungsmittel verschwenden), Alufolie, feuchte Knetmasse, Kupferklebstreifen oder auch einer gezeichneten Graphitfläche. Mittels eines Masseanschlusses erkennt die Platine dann, ob der Stromkreis geschlossen ist oder nicht und gibt den Steuerbefehl an das angeschlossene Gerät weiter.
Für Lernende ist das sofort faszinierend: Der Computer reagiert nicht mehr nur auf Tastatur und Maus, sondern auf selbst gebaute Objekte. Makey Makey funktioniert ohne zusätzliche Software, ohne Programmierkenntnisse und mit Geräten, die USB-Tastatur oder USB-Maus unterstützen, etwa Windows-, Mac-, Chromebook- und Linux-Systeme. Ergänzt man den Makey-Makey dann mit typischen kindgerechten Programmierumgebungen, wie Scratch, sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.
Unterrichtsideen
Makey Makey eignet sich hervorragend, um Leitfähigkeit, Stromkreise und Materialien zu untersuchen. Die Schülerinnen und Schüler erproben: Was leitet Strom? Was nicht? Warum funktioniert eine Banane, aber ein trockenes Stück Plastik nicht? Daraus entstehen einfache Experimente zu offenen und geschlossenen Stromkreisen.
In Verbindung mit Scratch oder MakeCode können Lernende eigene Controller bauen: eine Spielfigur mit selbst gebauten Tasten steuern, ein Quiz mit Antwortflächen entwickeln oder ein interaktives Lernspiel gestalten.
Ein Klassiker ist das „Bananenklavier“, aber die Ideen können deutlich weitergehen: ein Rhythmus-Teppich, ein Klangbild zu einem Gedicht, eine sprechende Collage, ein interaktives Museumsexponat oder ein Klangparcours im Schulflur.
Schülerinnen und Schüler bauen interaktive Plakate. Wenn man ein Bild, Symbol oder eine Textstelle berührt, startet ein Ton, ein Erklärvideo oder eine kurze Audiodatei. So entstehen zum Beispiel sprechende Zeitleisten, Figurenporträts, Gedichtinterpretationen oder Erklärstationen. Die Platine ist sehr leicht, sodass diese einfach auf oder hinter dem Plakat befestigt werden kann.
Best Practice
Makey Makey funktioniert am besten als Erfinderwerkzeug, nicht als Vorführgerät. Nach einer kurzen Einführung sollten Lernende eine echte Aufgabe erhalten: „Entwickelt ein interaktives Lernspiel für die dritte Klasse“, „Baut ein Museumsexponat zum Thema Wasser“ oder „Erfindet einen barrierearmen Controller“.
Wichtig ist, zuerst das Prinzip des geschlossenen Stromkreises zu klären. Die Schülerinnen und Schüler sollten verstehen, dass der eigene Körper Teil des Stromkreises sein kann und dass nur leitfähige Materialien geeignet sind. Für den Unterricht sind Alufolie, Kupferband, Graphitstifte, Büroklammern, feuchte Schwämme und feuchte Knetmasse besonders praktikabel. Aus hygienischen Gründen sollten Lebensmittel nur sparsam eingesetzt werden. Für wiederholte Ausleihe sind Alufolie, leitfähiges Klebeband und Knete meist besser geeignet als Obst. Vorsicht! – Flüssigkeiten gehören nicht in die Nähe von Tastaturen oder Laptops – passt hier gut auf, wenn ihr z.B. Knetmasse befeuchtet.
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