Nach der Erkundung des Sees lohnt es sich, die unterschiedlichen Entdeckungen der Klasse zusammenzutragen. Dafür könnte die Lehrkraft in Edumaps eine gemeinsame Pinnwand vorbereiten. In Spalten wie „Unsere Entdeckungen“ und „Das möchten wir noch herausfinden“ sammeln die Schülerinnen und Schüler kurze Beiträge. Ein Paar beschreibt einen Organismus, ein anderes lädt die eigene Skizze eines Nahrungsnetzes hoch. Wer seine Beobachtung lieber mündlich erklärt, kann eine kurze Audioaufnahme beisteuern. Bei entsprechend eingerichteten Schreibrechten arbeitet die Lerngruppe an derselben Map.
Eine solche Sammlung bietet einen guten Anlass zum Nachfragen. Vielleicht haben zwei Gruppen dasselbe Tier betrachtet, sind aber zu unterschiedlichen Erklärungen gekommen. Dann kann die Klasse gemeinsam überlegen, welche Aussage sich belegen lässt. Auch die anfangs gesammelten Fragen bleiben auf der Pinnwand stehen. Am Ende der Unterrichtseinheit lässt sich nachsehen, welche inzwischen beantwortet sind und wo sich eine weitere Recherche lohnt.
Für einzelne offene Fragen lässt sich AIS-Chat hinzunehmen. Die Lehrkraft kann dafür einen fiktiven Dialogpartner oder ein Lernszenario vorbereiten und den Zugang mit der Klasse teilen. Zum Thema See wäre beispielsweise eine Gewässerbiologin denkbar, der die Jugendlichen ihre Beobachtungen schildern. Ihr Auftrag könnte lauten: „Lass dir zuerst erklären, was wir herausgefunden haben. Stelle anschließend eine passende Rückfrage. Gib uns bei Schwierigkeiten einen kleinen Hinweis und warte auf unsere Antwort.“ Den vorbereiteten Dialog sollte die Lehrkraft vorab selbst ausprobieren.
Für die Arbeit damit würde sich eine Frage anbieten, die tatsächlich aus der Erkundung entstanden ist: Warum kommen bestimmte Wasserpflanzen nur in manchen Bereichen eines Sees vor? Die Lernenden formulieren zunächst eine eigene Vermutung und nehmen diese mit in das Gespräch. Anschließend prüfen sie die erhaltenen Erklärungen anhand der Lernwelt, des Schulbuchs oder eines geeigneten Sachtextes. Auch eine überzeugend formulierte KI-Antwort kann fachliche Fehler enthalten. Gerade deshalb gehört die Frage „Woher wissen wir das?“ mit in die Auswertung.
Zum Schluss ergänzen die Paare ihren Beitrag in Edumaps um eine überarbeitete Erklärung. Dazu schreiben sie kurz, welcher Hinweis ihnen geholfen hat und worauf sie ihre Antwort stützen. So lässt sich später nachvollziehen, wie aus einer ersten Beobachtung eine begründete Aussage geworden ist. Für den Einstieg genügt eine einzige Frage pro Paar; daraus kann bereits eine Sammlung entstehen, mit der die Klasse in der nächsten Stunde weiterarbeitet.